Tschüß, Helsinki. Tschüß, Milas Wohnung. Wir haben über AirBnB eine private Wohnung einer Musillehrerin gebucht. Das ist schon sehr privat. Mitten im Wohngebiet. Unsere Vermieterin ist offenbar eine interessante Person. Die Wände voller Bilder und Plakate, Platten, ein Klavier.

Eigentlich ist alles spannend. Sie bittet darum, nicht in ihre Schränke zu schauen. Machen wir natürlich nicht, aber ich fühle mich trotzdem wie ein Eindringling. Komisches Gefühl.

Unsere Wege trennen sich jetzt. Am Montag reisen wir in getrennte Richtungen weiter. Für Marci und mich geht es nach Rauma an der Ostsee.

Rauma hat einen Bahnhof. Aber warum fährt kein Zug dorthin? Von Helsinki fahren wir bis Tampere. Der Zug ist voll. Mit dem Interrailticket brauchen wir keine Platzreservierung. Also keine Zusatzkosten. Wir haben aber auch keinen gebuchten Sitzplatz. Man kann an den Sitzen nicht erkennen, ob sie gebucht sind. Es ist also etwas aufregend.
Nicht jeder Finne spricht gut und leicht Englisch. Die Kommunikation ist manchmal holperig. Aber die meisten sind sehr entspannt und flexibel. Hände und Füße helfen. Diese Erfahrung habe ich lange nicht mehr gemacht. Meist kommt man ja mit Englisch gut durch.
Ein Mann murmelt etwas auf Finnisch zu uns, dreht sich dann um und verschwindet. Ratlos schauen wir ihm nach. Wir wären ja aufgestanden. Offenbar hatte er eine Reservierung für meinen Platz. Wir reimen uns zusammen, dass er wohl einfach ins Bistro gegangen ist.
Im Tampere steht wieder Personal bereit, wie wir es auch aus Schweden kennen. Ich liebe das. Sie sieht meinen suchenden Blick, meinen Griff zum Handy und spricht mich gleich an, wonach ich suche. Ist das nicht toll? Und zum Glück tut sie das. Denn unser Zug steht schon auf dem Gleis, nur am allerentferntesten Ende. Also hop-hop. 8 Minuten Umsteigezeit sind vollkommen ausreichend, wenn Züge pünktlich sind…
Der nächste Zug ist recht leer und fährt nach Pori an der Ostsee. Dort steigen wir in einen Bus um.


Der Bus ist wieder rappelvoll. Und nicht nur mit angenehmen Menschen. Ok, wer fährt mit dem Überlandbus und nimmt nicht das eigene Auto? Wir wollten es ja so. Die 45 Minuten vergehen schnell.
Ganz langsam wird die Gegend etwas ländlicher und agrarischer. In Rauma regnet es immer noch, aber wir haben nur einen kurzen Weg in ein sehr modernes und sauberes Appartement.
Ich bin fertig auf der Bereifung. Marcel hüpft in den Supermarkt auf der anderen Straßenseite und besorgt Pizza. Appartement heißt: eigene Küche. Endlich mal nicht essen gehen.
Es regnet die ganze Nacht durch und hört gar nicht auf. So haben wir Dienstag vormittag Gelegenheit, lange auszuschlafen, im Bett zu frühstücken und in Ruhe die nächsten Tage zu planen. Schließlich haben wir Rauma bis Donnerstag gebucht, sind aber erst am Sonntag in unserem Pölletuppa, unserem Haus am See. Was machen wir an den 3 Tagen dazwischen?
Schlussendlich beschließen wir, einfach bis Sonntag hier in Rauma zu bleiben und Ausflüge in die Schären zu unternehmen. Am Wochenende ist Spitzenfest. Naja, nicht ganz unser Thema, aber die Altstadt Vanha Rauma wird lebendig sein, viele Menschen, bestimmt viel Skuriles und Livemusik. Klingt gut, auch geklöppelt.


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