Abschied von Rauma

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Blaubeeren satt
Wo lang denn nun?

Noch einmal Kokkovuare, diesmal kürzen wir einen Teil des Wegs mit dem Bus ab. Nachdem es heute Vormittag viel geregnet hat, sind die Mücken sehr aktiv. Und das deutsche Biilig DM Zeugs hilft auch! Die sind schon aufdringlich, aber nachdem wir uns eingesprüht haben, umschwirren sie uns nur noch, landen aber nicht mehr.

Mitten im Wald sind Kraftsportgeräte. Also nicht so die deutsche Pillepalle-Alibi-Variante, sondern ein Dutzend richtig stabile und anspruchsvolle Trainigsgeräte, die viel genutzt werden. Wieder auch von Menschen allen Alters. Eine wirklich ältere Frau, die Armstützübungen macht, beeindruckt mich echt. Daneben ein Spielplatz mit einer riesigen Seilbahn. Also wirklich was für jedes Alter. Wenn du als kleiner Batz schon immer dabei bist, gutes Vorbild!

Später im Wald finden wir eine Disc Golf Bahn. Statt mit Golfbällen wird hier mit Diskus geworfen und gezielt.


Die letzten beiden Tage in Rauma verlaufen – sagen wir mal, anders als geplant. Unseren Hike müssen wir etwas abrupt abbrechen. Ich fühle mich wie eine Kreiselpumpe, was unseren Bewegungsradius erheblich einschränkt.

Zum Glück haben wir inzwischen das Bussystem verstanden, sind also schnell zurück. Die Bushaltestellen an sich sind auf der Straße leicht zu finden, aber es gibt keinerlei Schilder oder Fahrpläne: welcher Bus fährt hier wann und in welche Richtung? Das verrät die Webseite. Hat man das alles raus, ist es easy. Und während der Sommerwochen sogar kostenlos für alle.

Als wir zurückkommen, hören wir eine Liveband auf einer Bühne. Spannend. Nach einer Zwangspause wagen wir uns nochmal los. Die Straßen sind voll mit zurecht gemachten Menschen. Sehr schick, sehr sexy, sehr bunt, sehr Punk, skurril, frech oder auch einfach sehr schräg. Aber selten normal oder gewöhnlich. Jede und jeder hat sich auf seine Art heraus geputzt. Sehr unterschiedlich altes Publikum. Neugierig folgen wir ihnen und der Musik.

Vorglühen ist Volkssport. Überall sitzen vergnügte Menschen mit Bierdosen, auf Parkbänken, auf Picknickdecken oder sie stehen in Grüppchen zusammen. Man stelle sich vor: wir gehen mit den Spießies zu einem Konzert, treffen uns davor auf einer Parkbank in der Nähe und kippen erst einmal ein paar Dosen Bier hinter, bevor wir hineingehen.

Es ist das Poppi Pauhaa Festivaali, heißt wohl soviel wie Poppi dröhnt.

Über den Zaun auf die Bühne gespäht

Diese Sprache ist einfach großartig. Und absolut kryptisch. Aber wir können ja hören. Wir überlegen, ob wir uns Tickets besorgen. Bestimmt lustig. 69 Euro für einen Tag. Meine Kreiselpumpe hält uns ab. Aber die Mukke klingt gut. Als ich wieder im Bett liege, öffnen wir die Balkontür und lauschen dem Konzert. Es ist nicht zu laut.

Am nächsten Tag schleichen wir wieder ein wenig durch Rauma und um das Festival herum.

Leider hat sich die Reichweite noch nicht deutlich vergrößert und morgen ist langer Reisetag. Also nochmal Bettchen. Ausruhen soll man ja auch im Urlaub 🙂

Übrigens: Die Spitzenwoche Pitsiviikko fand eine Woche vorher statt. Sie war gerade zu Ende gegangen als wir hier ankamen. Schade.

Ach ja, der Doppel-Rollator-Rolle: Wir haben jetzt schon öfter Senioren, wirklich alte Menschen, mit einem finnischen Rollator gesehen. Der nimmt das Rollen in Rollator ernst. Es sind 2 Tretroller parallel, vorn herum mit einem Gestell wie beim Rollator verbunden. Wir haben das erste Mal eine Seniorin mit so einem Ding fahren sehen und dachten, sie hätten einen elektrischen Antrieb. Sie rollte aber nur bergab. Später sahen wir sie wieder und da rollerte sie, musste also mit einem Fuß Anschwung geben. Das Ding ist hier recht verbreitet, bietet eine ordentliche Vergrößerung der Reichweite, ist viel cooler als ein normaler Rollator und ich glaube, es erhält in hohem Maße Fitness, wenn man früh genug anfängt. Auf jeden Fall lustig. Versteht sich, dass ich auch davon kein Foto habe. Würde ich etwas übergriffig finden.

Morgen geht die Reise weiter mit Bus, Bahn und Auto ins Eulenhaus Pöllötupa im finnischen Seenland. Haus am See. Früh aufstehen.

Kommentare

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4 Kommentare zu „Abschied von Rauma“

  1. Guten Morgen ihr beiden, da habt ihr ja ein paar schöne Tage in Rauma gehabt und doch eine Menge gesehen und erlebt. Ich hoffe, es geht dir wieder besser liebe Manuela?

    1. Ja, geht besser. Zum Glück ist heute wieder Ruhe im Bauch. Ich habe lange und gut geschlafen und kam sogar ganz gut heute früh um 7 aus der Koje.
      Wir haben teilweise Umsteigezeiten von 8 Minuten, vom Bus zur Bahn. So oft fahren die Züge dann doch nicht, dass man easy den nächsten nehmen könnte. Aber 8 Minuten sind überhaupt kein Problem, wenn, ja, wenn alles pünktlich ist. Noch sind wir nicht auf der Zielgeraden für heute, aber den knappsten Teil haben wir hinter uns. Wir entspannen uns 🙂
      Habe einen entspannten Tag:)
      Lieben Gruß
      Manuela

  2. Weiterhon gute Reise und gute Erholung im Haus am See! Liebe Grüße Tanja

    1. Merci 🙂
      Wir sind gut angekommen. Ein Träumchen ist das hier. Bisschen kühl mit 17°, aber heute und morgen scheint auch die Sonne.

      Kommtgut durch die Hitze. Habe heute morgen eine amtliche Hitzewarnung für Berlin bekommen. Ich schick euch ein bisschen kühlen Wind rüber.

      Lieben Gruß Manuela

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