Als ich im Sommerurlaub 2023 mit Mann und Sohn mit dem Auto in Schweden Richtung Norden fuhr und das 1. Mal auf einem Straßenschild den Namen Haparanda las, wurde der Name schnell zum geflügelten Wort für etwas Unerreichbares, für einen Sehnsuchtsort. Ohne dass wir irgendetwas über Haparanda wussten.
Wir wussten nur, dass es am Bottnischen Meerbusen liegt und die schwedische Stadt an der Grenze zu Finnland ist. Auf finnischer Seite liegt dann Tornio. Dazwischen fließt der Fluss Torneälven auf Schwedisch bzw. Tornionjoki auf Finnisch. Ein 410 km langer Fluss in Lappland. An dem wir in Laxforsen bei Kiruna in einer Hütte gewohnt haben. Er ist bekannt als Abfluss des Torneträsk, eines großen Sees im schwedisch-norwegischen Grenzgebirge in Lappland. An dem unter anderem Abisko liegt.

Es war klar, dass wir auf unserer Reise damals mit dem Auto nicht bis Haparanda kommen würden. Aber es klingt so schön. Haparanda…
Einmal nach Haparanda!
Einfach weil es so schön klingt und so weit weg ist und so unerreichbar weit im Norden liegt.
Jahre später planten wir unsere 1. Interrail-Reise und überlegten von Schweden nach Finnland zu fahren. Natürlich über Haparanda. Schienen haben wir da auf der Karte gesehen. Warum gab es keine Zugverbindungen über Haparanda nach Finnland? Kein Fahrplan half. Keine App fand eine Verbindung. Es ging nicht mit dem Zug von Schweden nach Finnland. Warum?
Irgendwann fanden wir dann heraus, dass sich die Spurbreite finnischer Schienen von denen Schwedens (und Resteuropas) unterschied. Nur Güterverkehr kann durch spezielle Weichen und Züge die Grenze passieren. Die Finnen haben die gleiche Spurbreite wie die Russen. Der Rest Europas hat die Spurbreite der Briten übernommen.

Man könnte von schwedischer Seite bis Haparanda fahren, dann über die Grenze ins finnische Tornio laufen und dort in einen finnischen Zug steigen. 4 km laut Google. Für unsere allererste Zugreise und die erste Reise mit großen Rucksäcken überhaupt schien uns das zu weit.
Postkarte aus Haparanda!
Im Jahr darauf las ich bei in der Zugpost in der Postkarte aus Haparanda, dass eine Zugverbindung für Personen zwischen Schweden und Finnland eingerichtet werden soll. Im Sommer 2026! Das passte zu unserem Finnlandurlaub 2026 .
Die VR App der finnischen Bahngesellschaft wusste allerdings noch nichts davon. Ab Ende Juli 2026 sollten die Züge fahren. Tun sie aber nicht. Solange wir unsere Finnland-Reise planten, gab es noch keinen Fahrplan für diese Verbindung. Also buchten wir mit dem Nachtzug von Kemi nach Helsinki und dem Flugzeug von Helsinki nach Berlin eine relativ schnelle Verbindung zurück nach Hause.
Als wir dann schließlich am 9. August 2026 auf dem Bahnhof Kemi ankommen, sehen wir einen Wegweiser zu den Busverbindungen nach Tornio und Haparanda, siehe das Bild oben. So nah war ich noch nie an Haparanda. Hier würde der Bus abfahren. Haparanda…
Schlussendlich werden die Züge von Finnland nach Haparanda ab 10.8.2026 fahren. Also einen Tag nach unserer Ankunft in Kemi. Das heißt, wir hätten die allerersten Reisenden auf dieser Route sein können. Für unter 5 Euro. In 35 Minuten. Einmal sehr früh vor 7 Uhr und einmal am Abend gegen 21 Uhr.
Wir sehen die Verbindung tatsächlich in der App erst nach unserer Ankunft in Kemi und lange, lange nachdem wir den Nachtzug nach Helsinki und den Rückflug gebucht hatten. Dieses Mal also nicht. Aber ganz knapp. Ganz knapp.
Zugvögel
Kennt Ihr den Film „Zugvögel … Einmal nach Inari“ mit Joachim Król von 1998? Diese fantastische Liebeserklärung an das langsame Reisen in Zügen und den ureigensten Humor der Finnen? Absolut sehenswert.
In diesem Film wird über den besten Weg nach Inari philosophiert. Der schönste Weg nach Inari führt über Haparanda in Nordschweden.
Was bleibt also? Einmal nach Haparanda!
Die Zugpost schreibt übrigens auch über Sebastians Reise vom schwedischen Luleå ins finnische Kemi. Ab Haparanda dann mit dem Bus. Sein Blogpost klingt so verlockend.
Ein Träumchen darf bleiben. Igrendwann vielleicht fahren wir hier oben noch einmal mit dem Zug, Dann nach Haparanda. Und nach Kemijärvi. Kolari ist auch mit dem Zug erreichbar.
Übrigens: Nächsten Winter geht es nach Inari. Allerdings mit Flieger und Auto 😉


Schreibe einen Kommentar